The Making of Pommes!
February 23, 2010
Wie der vieldeutige Titel schon andeutet, gibt es heute einen kurzen Film vom “Pommes und Disco”-Videodreh. Es handelt sich dabei um meinen ersten Versuch, selbst ein Video zu schneiden, also seid bitte nachsichtig…
Danach ist der Themenkomplex auch abgeschlossen bis das fertige Video endlich hier zu sehen sein wird, versprochen!
Eine lustige Anekdote hab ich aber doch noch. Man würde ja denken, dass das Ereignis “20 Jahre Mauerfall” von den meisten am 9.November 2009 gefeiert wurde. Einige feiern vielleicht auch erst am 3.Oktober 2010, wenn sie den Fokus mehr auf die tatsächliche Wiedervereinigung legen.
Erstaunlich ist allerdings, dass Hohen Neuendorf, das kleine, verschlafene Örtchen, in dem wir die Pommes-Bude gemietet haben, exakt am Tag unseres Drehs, also am 20.02., ein großes Volksfest anlässlich des 20-jährigen Verschwindens der Mauer gefeiert hat.
Da fragt man sich natürlich erstmal, warum ausgerechnet jetzt? Die Erklärung ist aber ganz einfach.
Denn am 20. Februar 1990 wurde das Mauerstück genau in und um Hohen Neuendorf abtransportiert, worauf sogar ein Schild am Ortsausgang hinweist. Das fand ich ebenso skurril wie sympathisch. Vielleicht sollten wir dieses historische Ereignis in Zukunft alle fernab des Mainstreams am 20.02. feiern!
Vielen Dank übrigens nochmal an die Firma Vosch Verkaufsfahrzeuge (kann ich jederzeit weiterempfehlen!) und natürlich auch an die Maria am Ufer, vor der wir dankenswerterweise drehen durften.
Und jetzt viel Spaß mit dem Making of!
KW 8: Stress, Stress, Stress und dann erstmal weg!
February 23, 2010
In der letzten Woche waren neben dem Videodreh, über den ja schon im Blog berichtet wurde, auch noch einige andere Dinge zu erledigen.
Unter anderem war fleissiges CD-Basteln für die Print-Promo angesagt. Mehr als 100 CDs, persönlich gebrannt, bedruckt und eingetütet; die Journalisten werden, wenn sie das Album in den nächsten Tagen und Wochen in den Händen halten, sicherlich keine Ahnung davon haben, wie sehr der Chef selbst Hand anlegen musste.
Aber das soll ja auch nicht das Kriterium für eine erfolgreiche Veröffentlichung sein.
Nichtsdestotrotz geht es in dieser Woche im selben Takt weiter. Morgen geht’s zum Mastering für die “Pommes und Disco”/”Hasch” Doppel-Single (übrigens inklusive einiger exquisiter Remixe von sehr talentierten Freunden - bald mehr darüber!) und dann heisst es wieder CD’s brennen und bedrucken, Cover basteln (diesmal ein Floppy Disk Special Pack) und dann nichts wie weg damit, um die hoffentlich schon sehnsüchtig wartenden Radiosender zu beglücken.
Die Zeit eilt ein wenig, da ich bereits Donnerstag früh in ganz anderer Mission unterwegs sein werde.
Ich werde nämlich zum ersten Mal in meinem Leben Taufpate!
Der kleine Sammy, Sohn meines Bruders (und ein extrem süßer Bengel; ich weiss, das sagen alle, aber ich kann’s beweisen (s.u.)) wird kurz vor seinem ersten Geburtstag den kalten Schluck Wasser der katholischen Kirche über sein kleines Köpfchen gegossen bekommen.
Und, Ritual hin, Ritual her, ich bin ganz schön stolz, sein Taufpate zu sein!
Leider muss ich dazu nach Dublin, wohin es meinen Bruder vor ein paar Jahren verschlagen hat. Da ich das ganze aber gleich mit ein paar Tagen Urlaub verbinde, ist das aber auch nicht weiter tragisch.
Danach geht’s nämlich gleich wieder weiter.
Mal sehen, welche stumpfe Tätigkeit nach GEMA Lizenzantrag, Info schreiben und Fotos verschicken als nächstes an der Reihe sein wird…
So, hier noch das versprochene Foto von Sammy:
und noch ein Eindruck vom wunderhübsch gebastelten Promopaket (das ein bisschen wie eine Sendung vom Pornoladen aussieht, aber egal…). Man sieht schon: wir beide sind verwandt, und wenn der kleine Pech hat, behält er denselben Gesichtsausdruck die nächsten 30 Jahre…
Bilder vom Pommes und Disco - Videodreh!
February 21, 2010
Jetzt also endlich die versprochenen Bilder vom Videodreh am vergangenen Mittwoch.
Vielen Dank nochmal an alle, die dabei waren!
Ich hab mich immer noch nicht so richtig erholt davon (man sollte einfach nicht bei Minusgraden im Unterhemd durch die Gegend laufen…) und weiss aus zuverlässiger Quelle, dass es Hauptdarstellerin und Regisseurin genauso geht.
Aber egal, das war es wert! Ich bin schon sehr gespannt aufs Resultat!
Ich werd heute Abend ganz in Ruhe mein Erkältung auskurieren, also Tee trinken, Olympia schauen und mich abhängen, und in den nächsten Tagen dann wieder einen längeren Blog schreiben.
Kleine Making of-Filmchen vom Video gibt’s ja auch noch zu posten!
Also, bis bald!
Einmal Bulette/Pommes und ne Disco bitte!
February 19, 2010
Nach dem anstrengenden Kältedreh von Mittwoch hab ich bisher noch nicht viel auf die Reihe gebracht.
Aber um mal wieder ein Lebenszeichen zu senden (und weil mir ja sowieso schon oft nachgesagt wurde, dass meine Blogs immer zu lang sind…) hier nur mal kurz und schmerzlos ein Link, unter dem Ihr Euch vorab schon mal nen schönen Mashup von “Pommes und Disco” runterladen könnt.
Bilder vom Dreh gibt’s dann morgen!
KW 7: Echte Pommes, echte Disco!
February 15, 2010
Erstmal eine gute Meldung!
Das zweite Album wird in Zusammenarbeit mit Rough Trade den Händler Eures Vertrauens erreichen und am 23.04., dem Tag der Veröffentlichung, bereits auf Euch warten.
Danke Maurice!
Der Rest der Woche steht ganz im Zeichen unseres Videodrehs.
Übermorgen, Mittwoch den 17.02., drehen wir nämlich auf dem Parkplatz von der Maria ein Video zur neuen Single “Pommes und Disco” und brauchen dafür noch eine zünftige Party-Crowd vor unserer Pommesbude.
Wer Lust hat, dabei zu sein, ist herzlich eingeladen, um 17.30 Uhr zu uns zu stoßen und bei Pommes und Turn-Bier eine gute Zeit zu haben!
Ich freu mich auf Euer zahlreiches Erscheinen! Bis Mittwoch!
Axolotl Overkill - über krasse Blogs und üble Schnitzer
February 15, 2010
Der Skandal um das zumindest in Teilen als Plagiat entlarvte Erstlingswerk von Helene Hegemann und die daraus entstehende Debatte über die Unterschiede zwischen der Echtheit eines Blogs (in dem Fall der von Airen) und der literarischen Form des Romans hat bei mir unterschiedliche Gedankengänge ausgelöst.
Zum einen stellt sich mir vordergründig natürlich die Frage, ob mein eigener Blog überhaupt eine Existenzberechtigung besitzt, wenn diese laut einiger puristischer Blogger, die im Zusammenhang mit dem Skandal vermehrt zitiert werden, nur darin besteht, dass ausschliesslich persönliche Erlebnisse widergespiegelt werden; am besten drastisch und pornographisch, aber vor allen Dingen wahrhaftig.
In diesem Fall hätte ich den grundsätzlichen Gedanken, der hinter dem Bloggen steht, nämlich nicht verstanden. Oft gebe ich nur meine Meinung zu Themen ab, die mich gerade beschäftigen und das meist in einer theoretischen, eher passiven Form.
Zum anderen stelle ich mir die Frage, was alle so daran interessiert, in die durch immer heftigere Exzesse oberflächlich kompensierte tief gehende Leere wildfremder Menschen zu blicken, während uns die Personen, mit denen wir täglich zu tun haben, relativ egal sind und uns zu uninteressant erscheinen, als dass wir uns näher gehend mit ihnen beschäftigen.
Die erste Frage ist dann doch relativ schnell beantwortet. Bloggen kann man meinem Verständnis nach über alles und jeden, von Sex- und Drogenberichten aus dem Berghain über einen friedvoll-langweiligen Nachmittag mit seinen Kätzchen (darüber findet man übrigens enorm viel…) bis hin zu Film- und Literaturkritik oder dem reinen Beschreiben eines ganz normalen Büro-Arbeitstages.
Genau das macht ja auch den Reiz daran aus, dem mittlerweile 8,4 Prozent aller Internet-User erlegen sind (Facebook-User und Micro-Blogger nicht mal mehr mitgerechnet…). Jeder kann schreiben, was er will, und es vor allen Dingen auch veröffentlichen wann und so oft er will, an allen klassischen Instanzen wie Chefredaktionen und Verlegern vorbei. Ob der Blog dann tatsächlich ein Publikum findet oder nicht, steht grundsätzlich nicht im Vordergrund. Man macht es, weil man die Möglichkeit dazu hat, und zunächst hauptsächlich für sich selbst. Der Rest ergibt sich dann einfach oder eben auch nicht. Auch, ob man einfach nur Spass daran hat oder ein unbändiges Verlangen, Geschehenes zu verarbeiten, oder ob man anonym bleibt oder nicht, ist keine zentrale Frage.
Wikipedia fasst das ganze mit folgendem Satz treffend zusammen: “Das Blog bildet ein für Autor und Leser einfach zu handhabendes Medium zur Darstellung von Aspekten des eigenen Lebens und von Meinungen zu spezifischen Themen.”
Die andere Frage ist schwerer zu beantworten, weil sie weitere, noch grundsätzlichere Fragen aufwirft. Obwohl ich und große Teile meines Umfeldes sich allein schon aus beruflichen Gründen häufig im Nachtleben bewegen, ist die Anzahl derjenigen, deren Lebensinhalt aus harten Drogen und schnellem Sex besteht, selbst in diesem Millieu prozentual eher gering. Die Geschichten, die von den paar Unentwegten stetig kolportiert werden - ob sie immer der Wahrheit entsprechen sei mal dahingestellt - nehmen dagegen überproportional mehr Raum ein.
Darin liegt natürlich auch eine gewisse Logik. Es ist objektiv betrachtet natürlich interessanter und ergiebiger einer Geschichte zu folgen, in der es um Clubhopping, Konflikten mit Türstehern und gewalttätigen Unbekannten, Drogenkonsum oder Gruppensex geht, als sich anzuhören, wie jemand mit seiner Freundin “Wetten, dass…?” geschaut hat und danach ins Bett gegangen ist.
Aber ob der Voyeurismus und die Faszination sich daraus speisen, dass man selbst auch gerne so wild und unvernünftig, so jung, frei und ungebunden wäre oder ob man diesen Teil einfach auslagert wie auf eine externe Festplatte und froh ist, ab und an mal den wilden Berichten zu lauschen, um dieses Leben nicht selbst führen zu müssen (und trotzdem den Schein von Coolness aufrecht zu erhalten - immerhin kennt man ja so krasse Rock’n'Roller!), hat sich mir noch nicht so ganz erschlossen.
Man muss keine besonders gute Menschenkenntnis besitzen, um zu erkennen, dass dieses Leben, dass den Spassfaktor einer unendlich andauernden Party zu haben scheint, letztendlich immer diese oben erwähnte unendliche Leere hinterlässt. Und dass die Protagonisten jener Geschichten meistens die traurigsten und einsamsten Gestalten des gesamten Freundeskreises sind.
Im Grunde genommen spiegelt wahrscheinlich beides, der Wunsch nach Exzess und der verklärende Voyeurismus, nichts anderes als Unzufriedenheit mit dem eigenen Leben wieder.
“Was ich haben will, das krieg ich nicht. Und was ich haben kann, das gefällt mir nicht.” (Fehlfarben - Paul ist tot; man kann Quellen ja auch einfach angeben, Frau Hegemann!)
In diesem Sinne: es lebe Paul!
Karneval
February 14, 2010
Berlin ist nicht Rio. Und auch nicht Köln. Das fängt schon damit an, dass Karneval hier Fasching heisst und allen Bemühungen der zugezogenen rheinländischen Politiker zum trotz in den Köpfen der Berliner praktisch nicht stattfindet.
Erstaunlich erscheint daher die Tatsache, dass heute angeblich knapp eine Million Menschen die Strecke des Karnevalsumzugs gesäumt haben sollen. Aber da dieser erst über den Kudamm und dann noch quer durch Mitte an allen touristisch relevanten historischen Bauwerken vorbeizieht, wurden vermutlich alle nichts ahnenden Passanten und Touristen einfach dazugerechnet.
Der größte Bezug zwischen dem Berliner und Karneval ist also wahrscheinlich das allgemein als “Berliner” bekannte Süßgebäck, das in Berlin selbst allerdings Pfannkuchen heisst.
Mein persönliches Verhältnis zum Fasching ist eigentlich ein sehr gutes, zumindest was die ersten 12, 13 Jahre meines Lebens angeht. Da mein Geburtstag im Februar liegt, habe ich bis dahin bei allen Kindergeburtstagen darauf bestanden, dass meine Gäste verkleidet erscheinen. Das war auch der einzige Vorteil, den ein Geburtstag im traditionell gerade in Berlin furchtbaren Februar zu bieten hatte.
Mein Lieblingskostüm, das ich auch mehrere Jahre hintereinander getragen habe, bevor ich irgendwann nicht mehr reingepasst habe, war das Katzenkostüm, an das ich bis heute gerne zurückdenke.
Mit fortgeschrittenerem Alter spielte die fünfte Jahreszeit in meinem Leben allerdings eine ähnlich große Rolle wie beim Rest der Berliner - nämlich gar keine.
Insofern ist der Blick in traditionelle Karnevalshochburgen von hier aus immer ein relativ skeptischer. Mit Befremden nimmt man die alljährlichen Fernsehbilder von Umzügen, Prunksitzungen und Alkoholexzessen zur Kenntnis und fragt sich, was in den Köpfen dieser Menschen wohl vorgehen mag. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass es im wesentlichen um nichts anderes als Alkohol und Sex geht; in besonderer Weise unterstützt durch die Tatsache, dass man mit der Verkleidung nicht nur seinen alten Look, sondern zusätzlich auch seine Alltags-Persönlichkeit ablegt und dadurch noch ungebremster alle Hemmungen fallen lassen kann. Kopfschüttelnd registriert man feierwütiges Jung- und Altvolk, deren einziges Ziel zu sein scheint, möglichst viele “Bützchen” (so nennt der Kölner verniedlichend das wahllose Rumgeknutsche mit Menschen anderen oder gleichen Geschlechts, deren Qualifikation darin besteht, dass sie zufällig gerade neben einem stehen) zu sammeln und sich alkohol-technisch elegant kurz vor der Kotzgrenze zu bewegen.
Zwangsläufig stellt sich dann die Frage, was vom “bunten Treiben” noch übrig bleiben würde, wenn man aus welchen Gründen auch immer (zum Beispiel Schwangerschaft, feste Beziehung, Leberschäden oder von allem ein wenig) auf Alkohol und Sex verzichten müsste.
Doch bevor man sich zu tief in solcherlei Gedankengut hineinsteigert, sollten die Alarmglocken läuten. Denn Parties, Club-Besuche und Feierlichkeiten aller Art verlieren auch außerhalb der wilden Karnevalszeit deutlich an Wert, wenn man sich Saufen, Drogenkonsum und sexuelle Energie wegdenkt.
So gestand mir ein Freund vor kurzem, dass er, nunmehr verheiratet und junger Vater, ernsthaft mit dem Gedanken spielt, in ein Haus in der Berliner Peripherie zu ziehen anstatt weiterhin in Prenzlauer Berg zu wohnen, da die Nachteile solcher Gegenden (Hektik, Trubel, Lautstärke) durch die Vorteile (Nachtleben, Ausgehen, Trinkhallen) nicht mehr ausgeglichen werden, da man einfach nicht mehr so häufig ausgeht.
Es gipfelte in dem Satz: “Eigentlich bin ich ja früher schon meistens mit der Absicht ausgegangen, was zum Vögeln mit nach Hause zu nehmen.” Ein Satz, bei dem man zunächst zusammenzuckt, der aber bei Licht betrachtet weniger drastisch ist als man denkt. Ich glaube, dass die meisten Menschen solcherlei Gedanken im Hinterkopf haben, aber sich selbst und anderen gegenüber nicht ehrlich genug sind, sie in dieser Deutlichkeit zu formulieren; zumindest nicht laut.
Also, bevor man mahnend den Zeigefinger erhebt, sollte man einfach akzeptieren, dass der Rausch als solcher, ob sexuell oder durch Rauschmittel herbeigeführt, offensichtlich in der Natur des Menschen liegt und dementsprechend egal ist, welche Wege er sich bahnt.
Und skurrile Situationen, wie zum Beispiel ein Mann im Elefantenkostüm, der beim Rewe noch mal schnell Klopapier kauft, sind doch letztendlich sympathischer als 3 Tage wache Pillenfresser, die einem in der Bar 25 stundenlang eine Extasy abschwatzen wollen, obwohl man schon nach Sekunden zur verstehen gegeben hat, dass man nicht im Besitz von so etwas ist.
Leben und leben lassen, sag ich ja immer. Und jedem das Seine.
In diesem Sinne: Kölle Alaaf! (klingt einfach viel besser als der Berliner Schlachtruf “Berlin - Heijo!”)
Olympia!
February 13, 2010
Ich bin ein begeisterter Wintersportfan! Puh, befreiend, so ein Outing.
Wer mich kennt, weiss natürlich, dass ich leider Gottes eher passiver Fernsehsportler als aktiver Pistenhengst bin. Aber immerhin geht meine Liebe zum Wintersport so weit, dass ich schon zweimal Silvester in Penzberg, einem kleinen Ort in der Nähe von Garmisch, verbracht habe, um tags darauf das traditionelle Neujahrs-Skispringen live miterleben zu dürfen; das eine Mal sogar zum Milleniumswechsel. Während sich alle anderen über Monate Gedanken darüber machten, wie sie wohl die Mutter aller Silvesterabende möglichst exzessiv und krasser als jemals zuvor verbringen würden, ging ich um 12 Uhr kurz auf die Straße, erfreute mich an den 10, 12 Raketen im beschaulichen Penzberg und schlief spätestens um 3 Uhr ein. Bereut habe ich das bis heute nicht!
Dementsprechend beginnen für mich jetzt allem Album-Veröffentlichungsstress zum trotz zwei großartige Wochen!
Zwar hat Vancouver allem Anschein nach außer einem extrem hohen Lebensstandard nicht besonders viel zu bieten, wenn Wikipedia als “berühmte Söhne und Töchter der Stadt” niemand anderen als James Doohan (Scotty von der “Enterprise”) und Yvonne De Carlo (Mama Munster aus der Serie “The Munsters”) auftreiben konnte. Aber darum geht es ja auch nicht wirklich.
Sicher, die “Jugend der Welt” trifft sich dort schon lange nicht mehr. Sicher, es ist ein Geschäft und der Wille zum Spektakel schreckt nicht mal mehr vor unsinnig schnellen Eisrinnen zurück.
Aber auch ohne olympischen Geist bleibt für mich immer noch genug Emotion übrig, dass mir ein spannendes Schlussfinish im Biathlon die Tränen in die Augen treiben kann.
Was ich generell am Sport ganz gerne mag, ist, dass in den meisten Fällen tatsächlich der Beste gewinnt. Zeiten und Weiten sind objektiv messbar. Kein Dieter Bohlen entscheidet, welche uninspirierte Hupfdohle einen noch uninspirierteren Song zum Mega-Hit macht während wesentlich niveauvollere Kunst am Zuhörer vorbei für die Mülltonne produziert wird.
Kein “Schuh des Manitou” sticht dummdreist wesentlich anspruchsvollere Filme mit links aus, deren Regisseure vier, fünf Jahre brauchen, um aus irgendwelchen Filmfördertöpfen genug Geld zusammenzuschnorren, um das nächste Meisterwerk, das keine Chance auf Publikum hat, zu kreieren bis sie letztendlich frustriert aufhören.
Mag das IOC auch noch so korrupt und geldgeil sein; den meisten Sportlern ist sowas völlig egal. Sie trainieren vier Jahre, um auf den Punkt fit zu sein und ihre Bestleistung abzurufen, und leben ihren Sport mit Leib und Seele.
Wer von uns kann das schon behaupten?
In diesem Sinne: viel Spass bei Olympia!
Was ist los in deutschen Betten?
February 11, 2010
Wie die DAK kürzlich verlautbaren liess, hat die Wirtschaftskrise mittlerweile auch die deutschen Schlafzimmer erreicht.
Ich weiß genau, was Ihr jetzt denkt! Aber ausnahmsweise geht es mal nicht um Erektionsprobleme oder vorgetäuschte Migräne, sondern schlicht und ergreifend um Schlafstörungen.
Den durchaus logischen Zusammenhang zwischen wirtschaftlichen Problemen und stundenlangem Wachliegen, den ich aus persönlicher Erfahrung bereits seit Jahrzehnten, das heisst lange vor und unabhängig von etwaigen Krisen, gut kennen müsste, ist mir eigentlich erst durch diese kleine Meldung so richtig klar geworden.
Sicher, ein Problem-affiner Mensch wie ich findet natürlich auch in Zeiten persönlichen Wohlstandes noch genug Gründe sich grübelnd die Nächte um die Ohren zu hauen.
Sei es, dass man sich in Zeiten einer kreativen Baisse einredet, nie wieder in der Lage zu sein, einen Song zu schreiben; sei es, dass sich der Bundesliga-Verein seines Vertrauens gerade in akuter Abstiegsnot befindet (beides trifft auf mich im übrigen gerade zu) - das Wohlbefinden braucht ja oft nur kleinste Anlässe, um sich zumindest fürs erste wieder zu verabschieden.
Aber wirtschaftliche Probleme und/oder daraus resultierender häuslicher Unfrieden aufgrund der ungewissen Zukunft tragen auch meiner Erfahrung nach tatsächlich ganz besonders zu unruhigem Schlaf bei.
Interessanterweise versucht die DAK allerdings gar nicht erst, Lösungsvorschläge anzubieten, sondern weist lediglich darauf hin, dass die Lebenserwartung, sowie die Leistungsfähigkeit durch mangelnden Schlaf deutlich reduziert wird.
Mehr noch, nur wenige Wochen zuvor trägt sie mit einer Beitragserhöhung sogar zum Problem bei.
Sicher, die Möglichkeiten der Krankenkassen sind natürlich begrenzt. Aber es ist doch erstaunlich, dass Studien in Auftrag gegeben werden, deren Resultate nicht nur keinerlei Veränderung bewirken können, sondern durch ihre kostspielige Erstellung sogar Wasser auf die Mühlen all der Krankenkassen-Controller spülen, deren Preispolitik das untersuchte Problem mitverursacht.
Das ist ein wenig so, als würde man für viel Geld einen Finanzberater engagieren, der einem klar macht, dass man nicht immer so pleite wäre, wenn man endlich auf diesen sinnlosen Finanzberater verzichten würde.
Naja, wir Schlafgestörte, ob aus finanziellen oder anderen Gründen, müssen wohl jeder unseren eigenen Weg finden, um aus unserer persönlichen Krise herauszukommen.
Eine zeitlang dachte ich, besoffen ins Bett zu fallen oder mit dem letzten dicken Joint in der Hand einzuschlafen wäre eine praktikable Lösung.
Das kann man aber ausschliessen, probiert es gar nicht erst aus!
Stattdessen glaube ich mittlerweile an eine warme Suppe, eine heisse Milch und vor allem an sehr viel Gelassenheit…
in diesem Sinne, gute Nacht!
Kalkofen aus?
February 10, 2010
Beim Betrachten der Wiederholungen von Kalkofes Mattscheibe ist mir in letzter Zeit verstärkt aufgefallen, dass es immer schwieriger wird, ein mittlerweile per allgemeiner Selbstdefinition lächerliches Medium noch lächerlich zu machen.
Ein Konzept wie dieses funktioniert eben nur, wenn man peinliche Ausfälle mit der Lupe suchen muss, um sie einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen.
Stattdessen müsste man mal die wenigen intelligenten Schnipsel, die es im Laufe einer Woche auf allen Kanälen gibt, zusammenschneiden und eine Art Anti-Kalkofe-Sendung daraus machen. Aber leider Gottes wird es wohl kein Publikum für so ein Format geben, ansonsten müsste man ja auch nicht so lange suchen.
Auf jeden Fall ist es schade, dass sich das ganze inzwischen überholt hat. Ich hab’s früher immer gerne gesehen!
Als Anspieltipp habe ich aber immerhin einen guten Clip, der bereits letzten Dienstag ausgestrahlt wurde. Viel Spass damit!
http://www.youtube.com/watch?v=XOgCj8koOus


























