Hertha am Ufer

February 28, 2009

Heute war ein ereignisreicher Tag! Und damit Ihr auch noch was von diesem Tag habt anstatt ihn komplett mit Blog-lesen zu verschwenden, werde ich mich auf zwei Ereignisse beschränken.
Das erste Highlight des Tages war das Hertha-Spiel gegen Gladbach. Ich geh ja nicht wirklich oft ins Stadion (in dieser Saison war ich bisher nur beim Spiel gegen Köln), aber wenn ich dann mal wieder da bin, macht es doch jedesmal wieder erstaunlich viel Spaß!
Und natürlich ist ein Sieg gegen Gladbach (wenn auch nicht unbedingt verdient…) inklusive dem erneuten Sprung an die Tabellenspitze auch spaßiger als ein 0:3 gegen Cottbus im Abstiegskampf. 
Aber wenn ich ganz ehrlich bin, ist für mich hauptsächlich der Stadionbesuch an sich das Erlebnis.
So hab ich heute zum Beispiel große Teile des Spiels über ausschließlich auf den “Frontmann” der Kurvenfans geachtet. Genaugenommen waren es sogar zwei Animateure, die abwechselnd ihre ohnehin schon brachialen, durch jahrelanges Mitgröhlen gebildeten Reibeisenstimmen durch ein schepperndes Megaphon pressten und dadurch 90 Minuten lang Tausenden von Fans permanente Signale gaben, wann welcher Fangesang anzustimmen war. 
Im Grunde genommen ist die Position der beiden Jungs eigentlich gar nicht so viel anders, als meine bei einem Konzert. Und nimmt man die Interaktion zwischen Entertainer und Publikum zum Maßstab, muss man sogar eingestehen, dass die beiden über weite Strecken für eine bessere Stimmung gesorgt haben, als es die meisten Band-Frontleute schaffen. 
Eigentlich würde ich gerne mal eine Dokumentation über Einheizer in Fanblöcken drehen. Was sind das für Menschen? Wie bereiten sie sich auf die Spiele vor? Was machen sie im normalen Leben? Haben Sie überhaupt eins?
Außer frage steht für mich, dass es ein ziemlich geiles Gefühl sein muss, Tausende von Fans aufzupeitschen und zu hören, wie sie nach deiner Pfeife tanzen. 
Übrigens waren auch mal wieder ein paar neue, oder doch zumindest mir noch unbekannte Hertha-Fangesänge zu hören, die zwar manchmal etwas allzu simpel gestrickt waren, aber dennoch teilweise das Potenzial hatten, ein Klassiker zu werden (auch wenn es wohl nie etwas geben wird, was lauter durchs Olympiastadion hallt als das gute alte “Ha-Ho-He, Hertha BSC”…)
Was mich übrigens zu der Frage geführt hat, wer die neuen Gesänge eigentlich wann einführt und ob sie gegebenenfalls bei einer Fanclub-Versammlung schon mal probegegröhlt werden, um sie auf ihre Stadiontauglichkeit zu überprüfen.
Ich wäre auf jeden Fall gerne mal dabei, wenn bei einer dieser Sitzungen der Fan-Club-Vorsitzende mit Berliner Schnauze einen neuen, am besten selbst getexteten Stadionhit vorschlägt.
“ditt is “you are not alone” von michael jackson und der text is imma “hertha bsc”, wissta?” Naja, genug davon. Sollte es tatsächlich zur ersten Meisterschaft seit 1931 kommen, wird hier noch ausführlich genug von Hertha die Rede sein…
Das zweite Ereignis war das Soffy O.-Konzert in der Maria. Dank bester Verbindungen in Form des Nachlader-Drummers Barotti, der auch mit Soffy O. auf der Bühne steht, hatte ich das Vergnügen, einmal mehr die aussergewöhnliche Musik meiner alten schwedischen Bekannten Sofia genießen zu dürfen.
Leider war das etwas merkwürdige und eigentlich auch Maria-untypische Publikum eher auf Brandenburg-Rave eingestellt, so dass insbesondere die qualitativ hochwertigen, durchdachten Songs des neuen Albums nicht bei allen jederzeit auf uneingeschränkte Zustimmung getroffen sind. 
Doch auch wenn ein anderer Kontext als dieser der Band auf jeden Fall gut zu Gesicht stehen würde, haben mich die vier wieder voll überzeugt und ich kann Euch nur wärmstens empfehlen, Euch das mal mit eigenen Augen anzuschauen!

Kabelanschluss selbst gemacht

February 27, 2009

Nach wochenlangem Aufschieben habe ich heute endlich mal das neue Studio vernünftig verkabelt. Das Rumgewurschtel der letzten Tage hat einfach zu sehr genervt. 
So ist der heutige Tag zwar etwas weniger aufregend und produktionstechnisch wenig produktiv verlaufen (super satz!; vielleicht kann man daraus sowas wie “fischers fritze” basteln?), dafür kann ich jetzt aber endlich wieder auf alle meine alten Synths und Sampler zurückgreifen, was für die Fertigstellung der letzten beiden Produktionen auf jeden Fall von Vorteil sein wird. 
Hab für meine neue Obsession, den Song “Trampolin”, gleich mal ein paar neue Sounds ausprobiert. Und obwohl ich die Spuren wahrscheinlich dann doch wieder nicht benutze, hat es doch auf jeden Fall Spaß gemacht. 

Mehr oder weniger

February 26, 2009

Hab ich Euch eigentlich schon erzählt, dass ich mal wieder auf Diät bin? 
Mann, eigentlich ein Scheiß-Thema und mit Sicherheit auch nicht der männlichste Gesprächsstoff. Ich hoffe außerdem, dass ich in 2, 3 Wochen wieder damit durch bin (und vor allem, dass der Nach-Diät-Zustand diesmal etwas länger anhält und nicht gleich wieder durch Pizza, Burger, Eis und Chips innerhalb von 24 Stunden zerstört wird…)
Ich erwähne das aber deswegen, weil es heute richtig lecker aussehendes Essen bei uns gab und jeder, der zufällig noch vorbeikam und an unserem üppigen Mahl teilhatte, nicht müde wurde, zu betonen, wie vorzüglich das Essen doch sei. 
Jeder von Euch, der schon mal versucht hat, Gewicht zu verlieren, kennt wahrscheinlich dieses Gefühl, dass einen dann beschleicht. Das Gefühl, dass man gerade eine einmalige Chance auf das beste Essen aller Zeiten verpasst hat, dass das Leben ohne vernünftiges (das heisst fettiges, kalorienhaltiges) Essen freudlos und grau ist und dass man sich, obwohl die Diät erst seit drei Tagen läuft, schon seit Urzeiten nicht mehr daran erinnern kann, wie “richtiges” (siehe oben) Essen denn eigentlich schmeckt.
Ein routinierter Diät-Profi steckt das letztendlich dann allerdings doch relativ locker weg. Außerdem freut es einen ja auch, zu beobachten, wie es seinen Freunden gut geht!
Und im Endeffekt ist das auch nur eine Randnotiz (auch wenn sie gerade viel Platz eingenommen hat) zu einem wirklich netten, spontanen Abend mit vielen Freunden, viel Alkohol und vielen UEFA-Cup-Spielen, die relativ unbeachtet im Hintergrund vor sich hinplätscherten. (Mailand-Bremen wurde ja leider nicht gezeigt, weil Herr Berlusconi zu viel Geld für die Fernsehrechte verlangt hatte…)
Nette Freunde haben wir; kommt öfter mal vorbei! 

Wenn Du denkst, Du bist zu laut, dann zieh doch um!

February 26, 2009

Heute stand ein kleiner Umzug an. Schneller als erhofft konnten wir unsere Instrumente in den neuen Proberaum bringen. Danke nochmal, Marco! Du hast uns da echt flink aus der Patsche geholfen. Dort herrscht jetzt zwar vorübergehend das absolute Chaos, aber das bekommen wir schon hin. 
Ein paar kaputte Amps und Effektgeräte werd ich im Laufe der nächsten Woche aus der alten Heimat noch herausschaffen müssen. Ansonsten geht für mich mit dem heutigen Tag allerdings eine Ära zu Ende. 
Es ist zugegebenermaßen doch schon mehr als nur ein bisschen Wehmut dabei… Vielleicht gibt es ja eines Tages unter anderen Umständen eine Wiederkehr. 
Dubios bleiben allerdings die Umstände des Wasserschadens. Da die Klospülung verkeilt vorgefunden wurde und das Unglück zwischen 15 Uhr am Sonntag und 12, 13 Uhr am Montag geschehen sein muss, erscheint es mir zumindest nicht ausgeschlossen, dass Vorsatz im Spiel war. Kann man tatsächlich aus Versehen eine Klospülung so verkeilen, dass sie die ganze Nacht durch weiterläuft und die Pumpe in die Knie zwingt? Und wenn einem schon eine so eine schwer nachvollziehbare Fahrlässigkeit rausrutscht, muss es dann ausgerechnet an dem Abend passieren, an dem am wenigsten los ist? Naja. Beweise zu finden wird anhand der Tatsache, dass CSI Kreuzberg noch nicht auf Sendung ist, wahrscheinlich sowieso unmöglich. Aber jahrelange drei Fragezeichen-Hörer fühlen sich jetzt vielleicht angespornt, der Sache vielleicht mal näher auf den Grund zu gehen. Sagt mir bescheid, wenn ihr etwas herausgefunden habt!
Und als kleiner Tipp für alle Hobbyermittler: stellt Euch doch mal die Frage, wer etwas davon hat, dass der Krach von unten keine Kundschaft mehr vertreibt…
Mir bleibt jetzt aber nichts anderes mehr, als mich vom schaurig-schönen alten Proberaum zu verabschieden, aus dem man so viel machen hätte können. Mach’s gut, Alter! Vielleicht sehen wir uns ja mal wieder?

Neu! Neu! Neu!

February 25, 2009

Seit heute ist die neue Homepage online! Das heisst, dass eigentlich erst ab jetzt die Chance besteht, dass ich auf Resonanz stoße, obwohl ich schon seit ein paar Tagen vor mir (oder mich?) herblogge. Also, ich bin gespannt! Außerdem geb ich mir ab jetzt auch noch mehr Mühe! Die Homepage find ich übrigens auf jeden Fall total toll! Vielen Dank an Annie Duese für das fantastische Design und auch an Shokkaboy für die Hilfe beim Programmieren! 

DER NACHLADER HAT NACHGELADEN

February 24, 2009

 

Pünktlich zum neuen Album, neuen Auftritten und zur neuen Band kommt jetzt auch die neue Nachlader-Seite an den Start! Vielen Dank nochmal an Anni Duese und Shokkaboy! Stay tuned!

 

 

LIVE VIDEOS

February 24, 2009

NACHLADER - Maria am Ostbahnhof, Berlin (Sep. 2009)


  

NACHLADER VS. SHOKKABOY - Burgdorf, Schweiz (Jan. 2009)

 
NACHLADER - Magnet, Berlin (Jan. 2009)

MUSIK VIDEOS

February 24, 2009

ARBEITSGELD

 

FETT

 

INFO

February 23, 2009

KOMA BABY LEBT!

Irgendwo im hedonistischen Moloch der Hauptstadt, die so langsam aus dem Rausch des so treffend als “Nuller-Jahre” bezeichneten Jahrzehnts erwacht, ist der Berliner Musiker Daniel Baumann angesiedelt, und reibt sich mit seinem neuen Album “Koma Baby Lebt!” selbst die Augen.

Genau wie beim ersten Album “Bock auf Aphorismen” (Labels/2005) verwischt er dabei ebenso launisch wie pointiert die Grenzen zwischen ernst gemeinter Sozialkritik und lässiger “Leck-Arsch-Einstellung”. Seine Musik steht für ein Lebensgefühl, das so wenig zu greifen ist und das doch jeder kennt. Ein Gefühl, dass sich nicht entscheiden muss zwischen Gitarre und Elektronik, zwischen Ernsthaftigkeit und Ironie. Kein Geld, aber Verve. Kein Ehrgeiz, außer für die Kunst: Nachlader ist die proletarische Boheme!

Der Nachlader kann, will und muss nicht verheimlichen, wes’ Geistes Kind er ist: Musikalisch wird der Bogen zwischen Kraftwertk, Devo, DAF und Daft Punk bis zu den Antitexten von Mediengruppe Telekommander gespannt, hemmungslos im Elektroclash, im Rock, im HipHop gewütet. 2010 ist Rock’n’Roll nämlich genau hier angekommen: Abgehfaktor der 70er, Instrumentfamilien der 80er, Ausgehattitude der 90er, Sophistication der 00er. Und die Texte? Das sind echte Parolen der 10er Jahre, wie der Berliner mit der bereits erschienen Single „Soll/Haben“ einmal mehr unter Beweis stellen konnte: „Warum muss ich immer Soll haben, obwohl ich Haben haben soll?“

Mit seinem pointierten Witz fern aller trendbewussten Lauheiten schuf er dabei beinahe beiläufig den persönlichen Tanzsong zum weltweiten Finanzcrash. Das ist moderner, musikalischer und konsequenter Anarchismus! Auf „Koma Baby Lebt“ trifft eben elektronische Tanzmusik auf deutsche Texte mit verblüffender Logik. In „Air Italia“ geht er auf eine Reise, bei der der Weg das Ziel ist; in „Trampolin“ erzählt er genial-surreal die Geschichte eines Menschen, der zu hoch hinaus will; „Allein“ ist eine hintergründige Hymne an die Einsamkeit.

Der Nachlader ist eins der Atari-Kinder mit wahnsinnig vielen Ideen, aber der nötigen Coolness, sie nicht zu verschleudern. Gezielte Aktionen wie “Nachlader spielt Bank-Rock”, bei der die Band kurzfristig per iphone angekündigte, illegale Konzerte in Bankvorräumen gab, löste Begeisterung bei Fans und Bankkunden aus. In diesem Sinne wird es weitergehen. Es sich lohnt sich also, stetig an Straßenecken, Imbissbuden und sonstigen öffentlichen Plätzen die Augen offen zu halten…

Das selbst produzierte neue Album mit dem Titel „Koma Baby lebt” erscheint Mitte April 2010 auf dem eigenen Label “BoingBoingRecords”. Der Albumtitel ist ein Zitat aus dem Roman “Bright Lights, Big City” von Jay McInernery, einer geistreichen Farce auf das Großstadtleben der achtziger Jahre, die mit Michael J. Fox und Kiefer Sutherland in den Hauptrollen verfilmt wurde.

Dann kommt die Flut…

February 23, 2009

Heute stand leider Gottes der der alte Proberaum unter Wasser und damit auch ein nicht unbeträchtlicher Teil unserer Instrumente. Obwohl der Raum regelrecht geflutet war, scheint aber nichts dauerhaften Schaden genommen zu haben. Trotz allem ist es aber wohl ganz gut, dass wir ab März woanders sind…

 

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